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ZEN DES MONATS

„Sthira sukham āsanam.“ Der Sitz soll fest und angenehm sein. PATANJALI 2.46

Fokus des Monats: PHILOSOPHIE DER ASANAS

Die Praxis der Asanas ist die dritte Stufe des RAJA YOGA – der königlichen Yoga Disziplin. Dabei entstanden die Asanas – wie wir sie heute kennen – erst im 10. Jh. nach Christus. Dies geschah, um vor der Meditation den Körper zu reinigen und körperliche Blockaden zu lösen, damit die inneren subtilen Energien ungehindert fließen können.

 

Für das im yogischen Sinne ‚richtige‘ Üben von Asanas sind zwei Aspekte wichtig: „Beharrliches Üben“ (Abhyāsa) und „Gleichmut“ (Vairāgya). Beharrliches Üben ist notwendig, um die Yoga Praxis im Alltag zu etablieren. Dabei handelt es sich um eine sanfte Beharrlichkeit, die nachsichtig gegenüber einem selbst und den anderen ist. Wenn wir gerade eine schwierige Asana lernen wollen, werden wir vermutlich viel Kraft und Energie aufbringen, um sie zu beherrschen. Wir laufen Gefahr, zu ehrgeizig und rücksichtslos zu üben. Damit uns das nicht passiert, sollten wir den zweiten Aspekt des Übens beherzigen: Gleichmut. Mit Gleichmut zu üben heißt, ergebnis-offen zu sein: sein Bestes zu geben, auf dem Weg zu bleiben, ohne die Ankunftszeit am Ziel zu planen. Auf diese Weise nehmen wir uns Druck raus, und mit der Zeit verwandelt sich die aufgesetzte Festigkeit in eine innere Kraft, die uns in den Übungen hält und uns Leichtigkeit verleiht: die Asanas werden "fest und angenehm".

Herzlichst,

Eure Anna